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Prakti cum laude. E-Learning

Unser neues E-Learning-Portal bietet die optimale ErgĂ€nzung zu den Inhalten auf planetpraktika.de. AusfĂŒhrlicher werden die Themen Bewerbung, VorstellungsgesprĂ€ch und Praktikanten-Alltag behandelt - jeweils in einem Workshop. Dazu gibt es Tests und Quizzes sowie weitere Workshops zu den journalistischen Darstellungsformen mit Übungen und Beispielen aus der Praxis.

Wie werde ich Journalist?


Modenschau und Massenmord, Steuerreform und Staatsbesuch, Platzkonzert und Pferderennen - auf der Welt passiert fast nichts, wo nicht ein Journalist seine Nase reinsteckt. Journalisten fragen Leute aus, was sie recherchieren nennen. Sie gießen ihre Informationen in Worte, sie ĂŒberarbeiten, kĂŒrzen und ergĂ€nzen ihre Texte. Das Ergebnis ihrer Arbeit steht am nĂ€chsten Tag in der Zeitung oder wird am Abend von Dagmar Berghoff in der «Tagesschau» verlesen. Journalisten schreiben Zeitungen und Zeitschriften voll, sie arbeiten in Nachrichtenagenturen und Pressestellen, beim Radio und Fernsehen. Ihre Berufsbezeichnung ist nicht geschĂŒtzt, einen gesetzlich vorgeschriebenen Weg in den Journalismus gibt es nicht. Berufseinsteigern stehen deshalb viele Wege offen:

Ein zweijĂ€hriges Volontariat bei Zeitung, Zeitschrift, Rundfunk oder Agentur, der Besuch einer Journalistenschule oder ein Hochschulstudium. Ein Patentrezept, Journalist zu werden, gibt es nicht. Die verschiedenen Ausbildungswege sind zwar hilfreich, um das journalistische Handwerk zu erlernen. Sie ersetzen aber keineswegs persönliche Begabungen, etwa analytisches Denken, Neugierde oder die FĂ€higkeit, Informationen in die richtigen Worte zu fassen. «Keinen Gedanken haben und ihn ausdrĂŒcken können - das macht den Journalisten», lĂ€sterte der österreichische Satiriker Karl Kraus ĂŒber die Reporter-Kaste. «Wer entdeckt, daß es ihn in den Journalismus zieht, der schafft es auch», sagt Ingrid Kolb, ehemalige Leiterin der Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Die Journalistenschule bildet alle 18 Monate 36 Nachwuchsjournalisten aus, die jeweils aus mehr als 2 000 Bewerbern herausgefischt werden. «NatĂŒrlich ist eine Journalistenschule ein sehr guter Start in den Beruf, aber der Nachwuchs kann nicht ausschließlich von dort kommen. Ein ordentliches Zeitungsvolontariat ist sicher auch ein makelloser Weg.» Sie empfiehlt: frĂŒh einsteigen, nicht lockerlassen, der Lokalzeitung immer wieder Geschichten anbieten, notfalls auch ĂŒber nicht so spannende Themen wie Kaninchenzuchtvereine oder die fĂŒnfte Handball-Liga. «Wer Journalist werden will, muß auf sich aufmerksam machen. Chefredakteure wollen beeindruckt werden. Wer sich schon vom Pförtner abspeisen lĂ€ĂŸt oder immer nur Briefchen schreibt, hat sicher keine guten Aussichten.» Das hat sich auch Siegbert R. aus Soest in Westfalen gedacht: «FĂŒr mich war schon frĂŒh klar, daß ich zur Zeitung will. Mit 19 habe ich meinen ersten Artikel ĂŒber einen Bauern und die Agrarreform geschrieben. Da hab‘ ich zwei Tage dran gesessen, heute wĂŒrde das 15 Minuten dauern. <<Da hab ich zwei Tage dran gesesessen...>>Hat sich aber gelohnt: Der Bericht ist fast unverĂ€ndert gedruckt worden.» Der Artikel war zugleich seine Eintrittskarte in den Journalismus: Siegbert bekam einen Praktikumsplatz beim «Werler Anzeiger». SpĂ€ter studierte er Politologie, in den Semesterferien arbeitete er regelmĂ€ĂŸig bei verschiedenen BlĂ€ttern, auch beim deutschsprachigen «Aufbau» in New York. Inzwischen ist er 28 und seit einem Jahr VolontĂ€r beim «Soester Anzeiger». Einfach ist es allerdings nicht, einen der begehrten AusbildungsplĂ€tze zu ergattern. Kaum eine Zeitung nimmt VolontĂ€re ohne abgeschlossenes Studium und praktische Berufserfahrung. Journalistenschulen veranstalten mehrtĂ€gige strenge Aufnahmetests, und fast alle UniversitĂ€ten haben einen numerus clausus eingefĂŒhrt. Insgesamt gibt es nicht mehr als 2 700 VolontĂ€rsplĂ€tze bei Presse, Rundfunk oder Agenturen, schĂ€tzt der Deutsche Journalisten-Verband in Bonn. In den neun deutschen Journalistenschulen, die meist von Verlagen getragen werden, stehen gerade 300 PlĂ€tze zur VerfĂŒgung. An 14 deutschen Hochschulen wird Journalistik als Haupt- oder Nebenfach fĂŒr einige Hundert Studenten angeboten, an weiteren sechs UniversitĂ€ten stehen Publizistik und Kommunikationswissenschaft auf dem Lehrplan. Wer allen Schwierigkeiten zum Trotz eine Journalistenausbildung hinter sich hat, ist lĂ€ngst noch kein Redakteur. Viele Redaktionen greifen inzwischen - je nach Bedarf - lieber auf freie Mitarbeiter zurĂŒck, statt Redakteure fest einzustellen. Vielen bleibt dann nur der Gang in die SelbstĂ€ndigkeit. Von den rund 56 000 Journalisten in Deutschland arbeiten etwa 11 000 freiberuflich, Tendenz steigend. Die Bundesanstalt fĂŒr Arbeit schĂ€tzt den Arbeitsmarkt fĂŒr Journalisten insgesamt positiv ein. Eine Ausbildung ist aber nach wie vor kein Muß fĂŒr Erfolg im Beruf - auch begabte Quereinsteiger können es im Journalismus weit bringen. Zum Beispiel Stefan Aust. Der Bauernsohn hĂ€ngte sein Soziologie-Studium mit 20 an den Nagel, um fĂŒr die Zeitschrift «konkret» und die Sex-Postille «St.Pauli Nachrichten» zu schreiben. 1970 ging er zum Norddeutschen Rundfunk, 1988 erfand er das Politmagazin Spiegel-TV, inzwischen sitzt er auf dem Chefsessel des «Spiegel».

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