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Praktikumserfahrungen bei...

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RTL-WEST

Von Artur Siemens- Ich habe am Anfang des Jahres ein Praktikum bei RTL-West gemacht. Wen das interessiert - hier ein kleiner Bericht:
Bei RTL-West gibt es zwei Todsünden: Während der Konferenzen den Aufzug zu benutzen (befindet sich direkt neben dem Konferenztisch) und auf dem Boden zu sitzen (die Versuchung ist groß, denn Praktikanten dürfen nicht am Tisch Platz nehmen, und die Konferenzen sind lang...). Diese Gesetze werden so ernst genommen, dass sie potentiellen Praktikanten schon im Vorstellungsgespräch eingebläut werden. Wer sich daran hält und sich von den cholerischen Ausbrüchen des leicht manischen Chefs nicht irritieren lässt, kommt als Praktikant ganz gut durch - und mit etwas Glück lernt er auch noch etwas.

RTL-West produziert die Sendung "Guten Abend RTL", ein halbstündiges Boulevard-Format, das werktäglich um 18.00 Uhr ausgestrahlt wird. Rund 25 feste und 15 freie Mitarbeiter stellen das tagesaktuelle Magazin auf die Beine - und ein ganzer Tross von Praktikanten. Die sind nämlich unverzichtbarer Bestandteil der Planungsredaktion. Während die zwei Planungsredakteure vollauf damit beschäftigt, die Tickermeldungen auszuwerten und diverse Morgen-, Mittags-, Themen- und sonstige Konferenzen vorzubereiten, sind die Praktikanten für die Recherche zuständig. Und weil RTL "immer näher dran ist", heißt das meistens: Auf der Basis von Agenturmeldungen betroffene oder beteiligte Personen ausfindig machen. Ist die Polizei bereit einen Kontakt herzustellen, geht das schnell. Wenn nicht, geht das große Telefonieren los (Zyniker nennen das auch "in der Scheiße wühlen".). Ist ein Name bekannt? Dann werden alle betreffenden Bürger einer Stadt angerufen. ("Sind Sie die Ehefrau des Herren Sowieso, der letztes Jahr in angetrunkenem Zustand zwei Mädchen überfahren hat?") Wird in der Tickermeldung ein Straßenname erwähnt? Dann klingelt bei allen Bewohnern der Straße das Telefon. ("Bei Ihnen in der Nähe ist gestern geschossen worden. Haben Sie etwas mitbekommen?") Hat der Praktikant schließlich den Täter, das Opfer, den Unglückspilz, den selbstlosen Helfer, gefunden und ihn auch noch überredet, vor die Kamera zu treten, macht er einen Drehtermin fest und hat gute Arbeit geleistet. Wenn er möchte, darf er den zuständigen Redakteur zu dem Drehtermin begleiten - in der Regel. Denn das "erste Zugriffsrecht" hat der Planungsredakteur. Und drei Praktikanten braucht er mindestens um sich herum. Wenn genügend da sind, kann es aber auch schon mal passieren, dass ein Praktikant allein mit der Digitalkamera losgeschickt wird. Hin und wieder fährt man sogar als "Redakteur" mit einem Kamerateam raus, um einen O-Ton zu holen. Dass man in NRW unterwegs ist und mitbekommt, wie ein fertiger Beitrag entsteht, ist also nicht die Ausnahme aber eben auch nicht die Regel.

Fazit: Wer noch nie beim Fernsehen war, bekommt auf jeden Fall grob mit, wie Fernsehen funktioniert. Mein Tipp: Wer nicht am Telefon versauern will, sollte sich konsequent an die Redakteure hängen. Die meisten sind ganz umgänglich und bereit, einem etwas beizubringen. Aber immer in Absprache mit dem Planungsredakteur! Auch so ein eisernes Gesetz bei RTL-West.



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