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Grundsätzliches
Doppelseiten
Eyecatcher
Wiedererkennen

LAYOUT

"Layout - wozu die Mühe? Die Leute sollen doch lesen, nicht nur Bilder anschauen!" Der fromme Wunsch, der Leser möge die Zeitung aus Interesse am Inhalt lesen, ist leider oft Illusion. Erst das Layout macht einen Artikel für den Leser lesenswert. Wenn das Layout lediglich in einer seitenfüllenden Spalte Text besteht, schreckt das auch den motiviertesten Leser ab...
Dieser Servicetext soll, ausgehend von ein klein wenig Lesepsychologie, in kurzer Form die wichtigsten Regeln für gutes Layout aufzeigen. Generell gilt: der "normale" Leser ist faul. Er will geleitet werden, er liest schöne und übersichtliche Seiten wesentlich lieber als "Bleiwüsten" (reine Textseiten). Denn Text haben die Leser schon in ihren Schul- und Studienbüchern genug, da wollen sie in der Zeitung einfach Abwechslung.

GRUNDSÄTZLICHES

Einfach Loslayouten geht zwar, ist aber nicht sinnvoll. Zuerst sollte die Zeitung an sich ein Grobkonzept fürs Layout bekommen. Denn eines ist dem Leser wichtig: er will auf jeder Seite "seine" Zeitung wiedererkennen. Außerdem möchte er jede Ausgabe der Zeitung als solche identifizieren können. Das bedeutet, dass nicht jede Ausgabe ein völlig anderes Titelbild hat sondern z.B. der Titelschriftzug immer gleich bleibt. Ähnlich soll es auch im Innenteil sein: wenn ein Artikel auf drei Spalten gesetzt ist, sollte die nächste Seite nicht einspaltig und die übernächste zweispaltig sein. Bevor es endgültig losgeht, muss noch ein Seitenspiegel her (siehe Fußleiste). Der hilft, die Übersicht zu behalten. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, die Seiten, die fertig sind, durchzustreichen und so ein Fortkommen zu erkennen... Die Seitenanzahl muss immer durch vier teilbar sein, da die Druckerei z.B. für eine DIN-A4-Zeitung immer A3-Bögen bedruckt (d.h. es sind vier Seiten auf einem Bogen), bleiben Seiten leer, wenn die Seitenanzahl nicht durch vier zu teilen ist.

DOPPELSEITEN
Der Leser sieht immer zwei Seiten vor sich. Ob sie inhaltlich zusammengehören, spielt keine Rolle, sie müssen vom Layout her zusammenpassen. Wenn zwei Leute unabhängig voneinander je einen Teil der Doppelseite gestalten, sollten sie sich über die grobe Aufteilung gemeinsam Gedanken machen, dann gibt´s keine bösen Überraschungen.

Klotzen statt kleckern! Lieber ein Element groß rausbringen als fünf passbildgroße Fotos, Grafiken, Skizzen auf eine Seite quetschen. Zu viele verschiedene Elemente wirken unruhig und sehr schnell "fuzzelig". Wenn es ein tolles Foto zu einem Artikel gibt - warum sollte es zwischen anderen Dingen untergehen? Also bringt das eine Bild als Blickfänger großformatig ein.

Die Psyche des Lesers Die Psyche arbeitet bei fast jedem auf die selbe Weise, wie anhand diverser wissenschaftlicher Tests nachgewiesen wurde. So fällt - wenn erst einmal eine Doppelseite aufgeschlagen ist - der Blick des Lesers zuerst in das rechte obere Eck der Seite. Daher bietet es sich an, in der rechten oberen Ecke des Papiers ein interessantes Gestaltungselement zu platzieren. Dann schweift der Blick über die zwei Seiten ins linke obere Eck. Von dort "wandert" der Leser quer über die Seite nach unten in die rechte Ecke. Dann hat der Leser auch schon umgeblättert, es sei denn, etwas hat seinen Blick unterwegs festgehalten. Das können Zwischenüberschriften, Bilder oder sonstiges interessantes Material sein.

EYECATCHER Eyecatcher sind eine Methode, das Auge des Lesers auf der Seite zu fesseln.Als Eyecatcher werden besonders große Elemente bezeichnet, die den Leser fast "anspringen". Sie werden meist in die rechte obere Ecke (wohin der Blick ja zuerst fällt) gesetzt. Das ist aber nicht zwingend.

Richtungen beachten! Fotos, Linien und andere Gestaltungsmittel haben immer eine Richtung. Bei Fotos fällt dies besonders auf, denn die abgebildeten Menschen schauen immer in irgendeine Richtung. Diese Richtungen und gedachten Bewegungen/Linien können fürs Layout prima genutzt werden. Denn auch hier gilt: den Leser zum Artikel hinführen. So ist es z.B. viel effektvoller, wenn jemand in die Doppelseite "hinein" schaut als wenn der aus der Seite blickt. Der Leser geht der Blickrichtung mit dem Auge nach und blättert um, weil der Blick aus der Seite heraus zeigt.

WIEDERERKENNEN
...ist dem Leser wichtig! Wie bereits erwähnt, will der Leser verwöhnt werden, indem er ohne Schwierigkeiten jede Ausgabe seiner Zeitung und jeden Artikel in seiner Zeitung als solches identifizieren kann. Ein einfaches Mittel, dies innerhalb der Ausgabe zu bewerkstelligen, ist das Henne-Küken-Prinzip. Ein grafische Element oder Foto wird einmal (z.B. als Eyecatcher) groß abgebildet. Auf den nächsten Seiten wird es dann in kleiner oder in abgewandelter Form wiederholt. Das eignet sich besonders für sehr lange Artikel. Soll zum Beispiel ein Interview in ganzer Länge abgedruckt werden, kann zu Beginn ein Foto des Interviewpartners groß gezeigt werden. Auf den nächsten Seiten ist der Interviewte dann immer aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Wichtig ist hier: der Leser will Opfer sehen, keine Täter. Ein geschlagenes Kind zieht das Interesse viel mehr auf sich, als das Bild desjenigen, der das Kind geprügelt hat. Mit den richtigen Ausschnitten (das wichtigste groß rausbringen!)und Verfremdungsmöglichkeiten bieten Fotos schier unerschöpfliches Material für ansprechendes Layout. Generell gilt: Fotos müssen gerastert werden. Layoutet ihr am Computer, macht dies das Programm automatisch, klebt ihr euer Layout aber, müssen die Fotos einzeln gerastert werden. Beim Rastern wird das Bild in einzelne Bildpunkte zerlegt. Grauschattierungen entstehen dann durch unterschiedliche Dichte der Punkte. Das Rastern wird von allen Druckereien (oft gegen Gebühr) übernommen. Über Geschmack kann man streiten, auch bei der Beurteilung eines Layouts. Das wichtigste sind Kreativität und Lesbarkeit. Wenn eine Zeitung ordentlich gestaltet ist, also nicht im Text-Chaos versinkt und die Zielgruppe anspricht - wer soll dann noch sagen "boah, is das schlecht"?

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