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Vorbereitung
Informationen
Grundsätzliches

RECHERCHE

Was bedeutet Recherche? "Recherchieren" heißt, die für den Artikel benötigten Informationen zusammenzutragen und auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen. Unser deutsches Wort hat seinen Ursprung im französischen "rechercher", was soviel heißt wie: untersuchen, nachforschen. Recherche ist die Grundlage für informative Artikel und glaubwürdige Kommentare. Die eigene Meinung und eigene Sachkenntnis reichen nie aus, um ein Thema erschöpfend zu untersuchen. Etwa 80-90 Prozent verbringt der Profijournalist mit Recherchearbeiten. Das eigentliche Texten des Artikels sollte folglich nur einen kleinen Teil der Arbeit ausmachen, was am Anfang zugegebenermaßen nicht leicht ist... Schön und gut - aber WIE recherchiere ich konkret? Reicht es, wenn ich einfach eine Umfrage auf dem Pausenhof mache?
Vor der Recherche sind ein paar Fragen zu klären:
Was ist das Thema? Welche Zielgruppe interessiert das? Es macht wenig Sinn, in einer Schülerzeitung feinste Verstrickungen an der Börse aufzuklären - der Großteil der Leser wird sich dafür nicht interessieren. Ist das Thema überhaupt relevant für die Zielgruppe?
Beruht der Themenkern auf Tatsachen? Als erstes musst Du herausfinden, ob die sensationelle Neuigkeit, die Du recherchieren willst, überhaupt wahr ist. Wenn nicht, kannst Du Dir die Arbeit sparen.
Hast Du genug Zeit, das Thema zu untersuchen? Wie umfangreich ist es? Wenn Du übermorgen einen Artikel abgeben musst, die Recherche aber zwei Wochen dauert, schreib den Artikel für die nächste Ausgabe! Besser kein Artikel, als einer, der schlecht recherchiert ist.

VORBEREITUNG

Als erstes solltest Du ein "Brainstorming" machen. Schreib Dir auf einen Zettel alles auf, was Dir spontan zu Deinem Thema einfällt. Sortieren und streichen kannst Du immer noch. Danach erarbeitest Du einen Rechercheplan. Du teilst mögliche Auskunftsquellen in "subjektive" und "objektive" Quellen ein. Subjektive Quellen sind Betroffene sowie sogenannte Verantwortliche. Objektive Quellen sind zum einen Literatur, Archive und Lexika etc. Objektiv sind auch Personen, die nicht unmittelbar betroffen sind, aber trotzdem Bescheid wissen (bei Prinz Charles z.B. Beobachter des Hofes oder ähnliche). Ganz wichtig: Es gibt immer mindestens zwei Seiten! Niemals dann zu recherchieren aufhören, wenn sich die eigene Meinung bestätigt hat, aber noch nicht alle Seiten befragt wurden! Die eigene Meinung ist bei der Recherche ausgeschaltet!

Endlich: Du hast ein Thema, das interessant ist, und willst recherchieren. Aber wie sollst Du jetzt vorgehen? Recherche beginnt immer von innen nach außen, vom Allgemeinen ins Spezielle. Damit lässt Du Dir die Möglichkeit offen, Dein Thema gegebenenfalls noch abzuwandeln, falls sich andere (interessantere?) Aspekte ergeben. Zunächst müssen die feststehenden Tatsachen recherchiert werden (wer, was, wann, wo?). Die bleiben immer gleich. Dann kommen die interpretierbaren Fragen (wie und warum?), die von den verschiedenen Seiten unterschiedlich dargestellt werden. Du darfst auf keinen Fall ohne Vorwissen in die Recherche gehen. Informiere Dich zunächst aus Büchern, Fachzeitschriften und ähnlichen Quellen über die Problematik. Denn: wer etwas erfahren will, muss bereits etwas wissen. Dann ist es Dir möglich, Widersprüche zu bemerken und den Interviewpartner darauf hinzuweisen oder ihn mit anderen Fakten als "seinen eigenen" zu konfrontieren. Um ein Gespräch am Telefon oder von Angesicht zu Angesicht aufzuzeichnen, brauchst Du die Einwilligung des Gesprächspartners. Einfach mitschneiden ist verboten.

INFORMATIONEN BESCHAFFEN

Du hast verschiedene Möglichkeiten, an Informationen zu kommen: Vor-Ort-Gespräch (also Interview) oder Telefonat. Das hat den Vorteil, dass Du jederzeit nachhaken kannst, wenn Dir etwas unklar erscheint. Der Nachteil: nach dem Interview fällt Dir plötzlich ein: "Mist, das hätte ich ja auch noch fragen können!" Und dann ist es peinlich, den Interviewpartner noch mal anzurufen und zu sagen:"...äähh.. was ich vorhin vergessen habe...." Des weiteren kannst Du Dir Informationen aus Büchern, aus dem Internet oder per Post oder Email zukommen lassen. Der Nachteil ist, dass es meist viel Zeit beansprucht.
Gerade Recherche im Internet ist sehr schwierig und zeitaufwendig, wenn Du nicht genau weißt, wo Du suchen musst. Es gibt zwar Suchmaschinen, aber die spucken oft tausende Seiten aus, auf denen sich das eingegebene Schlagwort befindet - oder gar nichts, weil Dein gesuchtes Thema in dieser Formulierung nicht gefunden werden kann. Dementsprechend brauchst Du für Internetrecherche viel Geduld (und Geld...) Das Internet solltest Du nur zur Unterstützung benutzen, als einzige Recherchequelle ist es durchaus problematisch (und niemals objektiv!).

GRUNDSÄTZLICHES

Qualität statt Quantität. Was geben die Informationen her? Oft reicht eine vermeintliche Stoff-Fülle nicht für einen Artikel aus. Lieber zuviel wissen. Streichen und kürzen kannst Du später immer noch. Eigene Meinung raus! Deine Kritikfähigkeit muss aber bleiben. Eine Umfrage ist keine Recherche! Eine Umfrage kann schöne Zitate für den Artikel liefern, sie ist aber nur dann repräsentativ, wenn sie von einem seriösen Institut durchgeführt wird (und das bist Du nicht). Keine Sachbücher verfassen! Dein Ziel bei der Recherche ist ein anschaulicher Artikel, kein Sachbuch. Die gibt es schon.

WAS DU FÜR EINE RECHERCHE BRAUCHST:
Zwei Kugelschreiber (wichtig falls einer versagt!), Block, Diktiergerät, Telefon, ggf. Email und Geduld...das Wichtigste: lass Dich nicht entmutigen, auch wenn es manchmal so aussieht, als ob Du überhaupt nicht weiterkommst! Versuch es weiter, sei hartnäckig, gehe den Auskunftsgebern auf die Nerven, bis sie Dir ein Interview geben! Kopf hoch und nie den Mut verlieren!

Links dazu:
rechercheportal.de
journalistenlinks.de
Die Fotos zu diesem Artikel stammen von photocase.de!

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